Erster Spatenstich auf der Kläranlage Esens
Esens. Mit einem symbolischen Spatenstich hat der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) am Montag, 1. Juni 2026, die Modernisierung der Kläranlage Esens offiziell gestartet. In den kommenden zwei Jahren entsteht auf dem rückwärtigen Teil des Betriebsgeländes eine weitgehend neue Anlage, die den steigenden Anforderungen an die Abwasserreinigung gerecht wird und so auch einen wichtigen Beitrag für das künftige Wachstum der Region legt.
Die Kläranlage Esens arbeitet seit vielen Jahren zuverlässig, doch eine umfassende Bestandsaufnahme hat gezeigt, dass zentrale Komponenten noch aus den 1990er‑Jahren stammen und mittlerweile technisch überholt sind. Besonders die mechanische Vorreinigung, die elektrotechnischen Anlagen sowie Teile der biologischen Reinigung müssen grundlegend erneuert werden. „Der OOWV hat sich daher bewusst gegen punktuelle Reparaturen und für eine umfassende Modernisierung entschieden, um den sicheren und effizienten Betrieb langfristig zu gewährleisten“, sagte OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht. Er erinnerte an immer wieder neue fachliche Vorgaben wie die Kommunalabwasserrichtline oder die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union. Um den guten ökologischen und chemischen Zustand von Gewässern zu gewährleisten, müssen auch Kläranlagen in einem sehr guten Zustand sein.
In den kommenden Jahren wird der Verband zudem die Ortschaften Dunum, Moorweg sowie Teile von Stedesdorf an das Esenser Netz anschließen. Die dadurch steigenden Abwassermengen verstärken den Modernisierungsbedarf. OOWV-Verbandsvorsteher Sven Ambrosy unterstreicht die Bedeutung einer reibungslos funktionierenden Infrastruktur für die Samtgemeinde Esens. „Durch die Vergrößerung der Kapazitäten um 5000 Einwohnerwerte schaffen wir Reserven für ein mögliches Bevölkerungswachstum und für Gewerbeansiedlungen.“
Auf dem Gelände wird nun bei laufendem Betrieb ein neues Gebäude für die mechanische Vorreinigung mit einem Stufenrechen, einer Rechengutwaschpresse sowie einem Fäkalschlammrechen errichtet. Hier wird auch der Sandklassierer für den Sandfang untergebracht. Für die mechanische Schlammeindickung wird künftig ein Bandeindicker zum Einsatz kommen, und es ist ein neuer Langsandfang geplant.
Außerdem errichtet der OOWV eine neue Vorklärung zur Abtrennung der Primärschlämme vor der biologischen Reinigung sowie ein 1900 Kubikmeter großes Denitrifikationsbecken. Mit diesem ändert sich die verfahrenstechnische biologische Reinigung: Künftig wird das bestehende Belebungsbecken dauerhaft belüftet. Um die Anlage energetisch zu verbessern, werden die Gebläse- und Belüftungstechnik erneuert und die gesamte Steuerungs- und Elektrotechnik modernisiert.
Die alten Vorklärbecken und Schlammspeicher wurden bereits zurückgebaut; bestehende Gebäude werden künftig als Werkstatt- und Lagerflächen genutzt. Um die Anwohnerinnen und Anwohner zu entlasten, wird der Baustellenverkehr über die Seilerstraße geführt.
Der OOWV investiert nach derzeitigem Stand rund sieben Millionen Euro in das Projekt, dessen Bauzeit etwa zwei Jahre beträgt. Am Ende entsteht eine Kläranlage, die technisch und energetisch auf dem neuesten Stand ist, flexibel auf zukünftige Anforderungen reagieren kann und die Region Esens langfristig stärkt. „Wir schaffen eine Anlage, die zuverlässig, effizient, ressourcenschonend und zukunftssicher arbeitet“, so Verbandsvorsteher Sven Ambrosy. Er dankte den Mitgliedskommunen, den politischen Gremien, den Planungs- und Ingenieurbüros, den ausführenden Unternehmen und vor allem den Mitarbeitenden, die den Betrieb auch bei allen Einschränkungen, die eine Baustelle mit sich bringt, aufrechterhalten.
Im Namen der Samtgemeinde Esens betonte die stellvertretende Samtgemeindebürgermeisterin Karin Emken, wie wichtig der Ausbau der Kläranlage Esens sei. „Wir begrüßen das Vorhaben sehr und freuen uns, dass hier nicht nur saniert, sondern neu gebaut wird.“ Das Projekt sei wichtig nicht nur für die einheimische Bevölkerung. „Esens ist auch ein touristischer Standort, und wir gehen davon aus, dass künftig mehr Gäste ihren Weg zu uns finden.“ Durch den Neubau der Kläranlage gewährleistet, dass diese Entwicklung auch möglich sei.
Der stellvertretende Landrat des Landkreises Wittmund, Heiko Willms, erinnerte an die Anfänge der Kläranlage in den 1960er-Jahren unter der Ägide der Stadt Esens. Ab 1972 wurde die Kläranlage an die Samtgemeinde Esens übergeben, ehe sie im Jahr 2000 vom OOWV übernommen worden ist. „Was heute hier investiert wird, ist ebenso wichtig für die Bevölkerung wie für die Umwelt“, so Willms.
Foto:
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Heino Hermanns/OOWV
Bildunterschrift:
Gemeinsam griffen OOWV-Verbandsvorsteher Sven Ambrosy (von links), Kläranlagenleiter Jan Kowalewsky, OOWV-Regionalleiter Bernd Janssen, Karin Emken (stellvertretende Samtgemeindebürgermeisterin der Samtgemeinde Esens), OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht und Heiko Willms (stellvertretender Landrat des Landkreises Wittmund) zu den Spaten, um symbolisch mit dem Neubau der Kläranlage Esens zu beginnen.