Solidaritätsbetreiberpartnerschaft Ukraine
Seit der Fachmesse IFAT im Jahr 2022 verbindet uns eine Solidaritätsbetreiberpartnerschaft mit den Wasserversorgern der ukrainischen Städte Sumy und Chernihiv. Diese Kooperation steht im Zeichen des gegenseitigen Verständnisses, der Unterstützung in schwierigen Zeiten und dem gemeinsamen Ziel, die Infrastruktur in Krisenzeiten zu stärken.
Beschreibung der Solidaritätsbetreiberpartnerschaft
Um die ukrainischen Wasserbetreiber dabei zu unterstützen ihrer Daseinsvorsorge nachzukommen, wurden Solidaritätspartnerschaften im Juni 2022 begonnen. Der OOWV ist in zwei Partnerschaften mit den beiden im Osten liegenden Versorgungsunternehmen Miskvodokanal der Stadt Sumy und Chernihivvodokanal der Stadt Chernihiv eingegangen. Beide wurde bereits im Februar 2022 vom Krieg getroffen und möchten mit der Unterstützung des OOWV ihre zerstörte Infrastruktur wiederaufbauen und modernisieren.
Gemeinsames Ziel
In vier Arbeitsgruppen (Trinkwasser, Trink- und Abwasserlabor, Kanalsanierung und Abwasser) wird gemeinsam mit den ukrainischen Partnern ein breites Spektrum an wasserwirtschaftlichen Themen erarbeitet und diskutiert. Innerhalb dieser Gruppen werden Fachkräfte des OOWV mit Fachkräften der ukrainischen Partnerbetriebe zusammengebracht, um sich regelmäßig zu technischen Fragestellungen ihres jeweiligen Fachgebiets auszutauschen oder an gemeinsamen Projekten zu arbeiten. Dieser Fachaustausch bildet die Grundlage für weitere Aktivitäten innerhalb der Partnerschaft, etwa Hospitationen, Schulungen oder Job Shadowings. Dabei werden Mitarbeitende der ukrainischen Partnerbetriebe nach Deutschland eingeladen, um beim OOWV oder bei spezialisierten Schulungseinrichtungen praktische Erfahrungen zu sammeln.
Darüber hinaus werden die ukrainischen Betreiber durch Beschaffungen unterstützt, ihre Infrastruktur wiederaufzubauen und die Daseinsvorsorge sicher zu stellen. Für den Wasserversorger der Stadt Sumy wurden unter anderem ein Kamerawagen und Laborgeräte in Form von Ionen- und Gaschromatographen sowie dem nötigen Zubehör dafür wie z. B. eine Reinstwasseranlage und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) beschafft und versendet. Zusätzlich wurde Unterstützung bei der Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung durch die Bereitstellung diverser Ausrüstungsgegenstände geleistet.
Der Wasserversorger in Chernihiv erhielt Tiefwasserpumpen und ein Saugfahrzeug, um die Abwasserbeseitigung in der durch den Krieg belasteten Infrastruktur zu sichern. Weiterhin wurden zwei Container, die als eine Art provisorische Betriebsstelle dienen und ein Kastenwagen, der für die Arbeit bei Außeneinsätzen unbedingt nötig ist beschafft.
Die Beschaffungen finden ausschließlich aus den Mitteln der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) statt.
Laufzeit: Das Folgeprojekt läuft von Juli 2024 bis April 2027.
Status: Phase 1 erfolgreich abgeschlossen, Phase 2 läuft seit Juli 2024
Ansprechpartnerin: Lena Sophie Sept
Projektleitung extern: Chernihivvodokanal der Stadt Chernihiv und Miskvodokanal der Stadt Sumy
Partnerland: Ukraine
Kontakt: izw@oowv.de
Förderung des Projektes
Das Vorhaben wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert und als Kooperationsprojekt der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzt. Die Förderquote beträgt 100%.
Die Entwicklung und Durchführung der Betreiberplattform erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) und German Water Partnership (GWP).