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Projekte & Forschung

aqua3

Die Folgen des Klimawandels sind in Deutschland längst zu spüren. Dies äußert sich insbesondere in steigenden Jahresmitteltemperaturen sowie der Zunahme von Extremwetterereignissen.

Die Zunahme von Extremwetterereignissen stellt die wasserwirtschaftlichen Infrastrukturen vor große Herausforderungen. Insbesondere in den Siedlungsräumen der Städte und Gemeinden gilt es, den Umgang mit den Wasserextremen „zu viel“ und „zu wenig“ Wasser neu zu gestalten.

Wie genau dies in der Praxis realisiert werden kann, möchte der OOWV zusammen mit weiteren Forschungs- und Praxispartnern in dem vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Projekt aqua3 herausfinden.

Projektinhalte und Pilotstandorte

Im Projekt aqua³ werden in verschiedenen Regionen und Städten unterschiedliche Konzepte für eine zukunftssichere und klimaresiliente städtische Wasserversorgung entwickelt. Aqua³ setzt hierfür auf ein Versorgungssystem, das auf drei getrennten, qualitätsgesicherten Wasserkreisläufen basiert:

Während Trinkwasser künftig gezielt für Anwendungen mit hohen Qualitätsanforderungen vorgesehen ist, werden für andere Zwecke (etwa Bewässerung, Stadtkühlung oder Reinigungszwecke) aufbereitetes Regenwasser und/oder gereinigtes Abwasser genutzt. Diese alternativen Wasserressourcen werden dezentral auf Quartiersebene gesammelt, gespeichert, aufbereitet und in eigenen Kreisläufen bereitgestellt. Damit trägt das Projekt zur Weiterentwicklung der klassischen, linearen Siedlungswasserwirtschaft hin zu einer urbanen Kreislaufwirtschaft bei, in der Wasser mehrfach genutzt und effizient im System gehalten wird.

An Pilotstandorten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werden neue technische Systeme zur Speicherung, Aufbereitung und Verteilung von Wasser konzipiert und praktisch erprobt. Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen werden insbesondere unter dem Fokus der Einbindung von Lösungen in die wasserwirtschaftlichen Strukturen berücksichtigt.

Der OOWV beteiligt sich als Praxispartner mit zwei Pilotregionen am Forschungsvorhaben. Für Pilotgebiete in Oldenburg und Lohne werden mit den Akteuren von Oberflächenwassermanagement sowie Trinkwasserversorgung Konzepte für ein Regenwassermanagement der Zukunft erarbeitet und erste Maßnahmen identifiziert. Im Mittelpunkt von aqua³ steht in Oldenburg und Lohne die Ressource Regenwasser: Sie soll vor Ort gespeichert, genutzt, versickert oder verdunstet werden.

Pilotgebiet Oldenburg – Ofenerdiek/Alexandersfeld

Oldenburg sieht sich zunehmend mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert. Im Rahmen von aqua³ wird ein Konzept für ein integriertes, strategisches und sektorübergreifendes Regenwassermanagement der Zukunft auf Stadtteilebene erarbeitet und Handlungsoptionen aufgezeigt. Durch die Verknüpfung von Daten und Planungen entstehen blau-grüne Lösungen für einen sorgsamen Umgang mit Regenwasser. Ziel ist es, Trinkwasserreserven zu schonen, Regenwasser besser zu nutzen und den natürlichen Wasserhaushalt zu stärken.

Sie wohnen im Projektgebiet Ofenerdiek/Alexandersfeld und wollen das Forschungsvorhaben unterstützen? Führen Sie vor Ort einen Versickerungsversuch durch und teilen Sie uns die Ergebnisse mit: Alle Infos zum Versickerungsversuch finden Sie auf dieser Seite:

Pilotgebiet Lohne

Im Rahmen des Projekts werden die Potenziale der Regenwassernutzung analysiert und Entwicklungspfade aufgezeigt, die sich am jeweiligen Wasserbedarf, der vorhandenen Entwässerungsinfrastruktur und den lokalen Standortfaktoren orientieren. Gemeinsam mit den relevanten Akteuren sollen Transformationspfade identifiziert und Maßnahmen erarbeitet werden, die neue Ansätze für eine nachhaltige Niederschlagswasserbewirtschaftung aufzeigen – bis hin zum sogenannten Null-Abflussquartier.

Projektpartner und Projektdetails

Externe Projektpartner: Leibniz Universität Hannover, Hochschule Ruhr West, Helmholtz Zentrum für Umweltforschung GmbH, Emschergenossenschaft, Stadtentwässerung Hildesheim, EWE Netz GmbH, SEGNO Automation GmbH, Berding Beton GmbH

Assoziierte Partner: Stadt Oldenburg, Stadt Lohne

Projektleitung Konsortium: Leibniz Universität Hannover

Ansprechpartner*innen: Katharina Buss, Julia Oberdörffer und Kolja Hesse

Kontakt
: izw@oowv.de

Laufzeit: Das Projekt aqua³ läuft vom 01.04.2025 bis zum 31.03.2028.

Förderung des Projekts

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.