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Veröffentlicht am 25. Februar 2026
Pressemitteilung

OOWV stärkt Kooperation mit Landwirten und gibt 500.000 Euro zusätzlich

Im Nordwesten/Wardenburg. Um die Menschen im Verbandsgebiet auch künftig mit Trinkwasser in gewohnt guter Qualität versorgen zu können, nimmt der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) dieses Jahr deutlich mehr Geld in die Hand. Das gilt nicht nur für die steigenden Investitionen in die Infrastruktur: 500.000 Euro zusätzlich gibt der Verband ab dem Jahr 2026 jährlich aus, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Rahmen seiner bestehenden Trinkwasserschutz-Kooperationen mit Landwirten und Landwirtinnen zu reduzieren – eine Ausgabe, bei der OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht eigentlich das Land Niedersachsen in der Pflicht sieht. Zumal der OOWV nicht nur ökologische Ziele verfolgt, die Investition macht auch ökonomisch Sinn: „Ohne Prävention laufen wir Gefahr, unser Wasser später aufwendiger aufbereiten zu müssen, was hohe Kosten verursachen würde.“

Bereits seit über 30 Jahren kooperiert der OOWV mit Landwirten, die rund um seine Wasserwerke wirtschaften, sowie mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Es gibt fünf regionale Kooperationen. Sie umfassen die Trinkwassergewinnungsgebiete der OOWV-Wasserwerke sowie die Wasserschutzgebiete der Gemeindewerke Bad Zwischenahn und der Wirtschaftsbetriebe Norden. Insgesamt handelt es sich um rund 40.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Beteiligte Landwirtinnen und Landwirte erhalten kostenlose Beratung durch die Wasserschutzberatung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie durch das Ingenieurbüro INGUS GmbH und verpflichten sich zu freiwilligen Grundwasserschutz-Maßnahmen, bislang vor allem, um Nitrateinträge zu senken. Beispiele sind die dauerhafte Begrünung von Flächen mit Zwischenfrüchten, die Stickstoff binden, oder die verminderte Nährstoffzufuhr beim Maisanbau. Dafür werden Zuschüsse gezahlt.

Mit den Erfolgen ist der OOWV zufrieden: „Der Vergleich mit Flächen, die nur nach gesetzlichen Vorgaben bewirtschaftet werden, zeigt, dass es gelingen kann, dass weniger Nährstoffe ins Sickerwasser und damit weniger Nitrat ins Grundwasser gelangen“, bilanziert Dr. Christina Aue, Geschäftsführerin der Trinkwasserschutz-Kooperation beim OOWV. Nun sollen zusätzliche Anreize dafür sorgen, dass Landwirte den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren oder ganz auf sie verzichten.

Anfang 2024 hatten sich der OOWV, seine Kooperationslandwirte und der NLWKN auf fünf weitere Jahre der Zusammenarbeit für sauberes Trinkwasser geeinigt. Noch bis Ende 2028 gilt dementsprechend der aktuell gültige Trinkwasserschutzvertrag, der die Zuschüsse für Wasserversorger und Landwirtschaft regelt, die sich einem gemeinsam ausgearbeiteten Schutzkonzept verpflichten. 2,89 Millionen Euro an Landesmitteln stehen dafür über den NLWKN pro Jahr zur Verfügung. Damit bleibt für den vorsorgenden Trinkwasserschutz allerdings nur ein Bruchteil der über 14 Millionen Euro Wasserentnahmeentgelt übrig, die der OOWV jährlich von den Kundinnen und Kunden einbehalten und ans Land Niedersachsen abführen muss. Noch im Jahr 2008 seien 54 Prozent der Wasserentnahmegebühr für den Trinkwasserschutz zurückgeflossen. „Heute sind es nur noch 17 Prozent“, erläutert Dr. Christina Aue.

Zusammen mit seinen Kooperations-Landwirten fordert der OOWV hier eine Zweckbindung und eine deutliche Steigerung der Finanzhilfen des Landes. „Wir sehen uns zu der zusätzlichen Investition im Bereich Pflanzenschutzmittel gezwungen, weil der Gesetzgeber an dieser Stelle den Grundwasserschutz nicht ausreichend berücksichtigt“, kritisiert OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht. Dabei sollte die niedersächsische Pflanzenschutzmittel-Reduktionsstrategie schon ab 2023 greifen. Bis zum Jahr 2030 soll der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel im Vergleich zum Durchschnitt der Wirtschaftsjahre 2015/16 bis 2020/21 bereits um 25 Prozent verringert sein.

Georg Glup, Vorsitzender des Kooperationsausschusses, betont das gemeinsame Anliegen von Landwirten und OOWV. „Wir wollen mehr im Wasserschutz machen.“ Aber die Mittel seien leider begrenzt. Dabei würden die Anforderungen der Gesellschaft immer weiter steigen. Das betreffe den Nitrateintrag ebenso wie eine Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln. „Wir könnten erfolgreicher sein, wenn man uns ließe und man der Kooperation mehr Mittel für Ausgleichszahlungen zur Verfügung stellen würde.“

OOWV-Regionalleiter Jürgen Focke, Vertreter des OOWV im Kooperationsausschuss, hob die Erfolge hervor, die durch die Kooperation des OOWV mit den Landwirten erreicht worden seien. „Unsere Kooperation hat gezeigt, dass es der bessere Weg ist, wenn wir Probleme gemeinsam lösen, als dass gesetzliche Vorgaben oder Ordnungsmaßnahmen gemacht werden.“ Die Kooperation von Landwirten und OOWV sei das Modell, das sich bewährt habe. Damit dieses Erfolgsmodell weiter für den Trinkwasserschutz aktiv sein könne, würde aber mehr Unterstützung durch das Land Niedersachsen benötigt.

Vertreter von OOWV und Landwirtschaft fordern mehr Geld vom Land Niedersachsen

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OOWV gibt 500.000 Euro für die Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln jpg-Datei · 2,9 MB
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