OOWV: Rekordinvestitionen stärken Infrastruktur im Nordwesten
Im Nordwesten. Erneut kräftig investiert hat der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband im vergangenen Jahr in seine Infrastruktur: 107 Millionen Euro für die Wasserversorgung und 58 Millionen Euro im Bereich der Abwasserbeseitigung. Die Zahlen gehen aus dem Jahresabschluss hervor, den die Verbandsversammlung am 30. Juni beschlossen hat. Gegenüber 2024 entspricht dies nochmals einer leichten Steigerung.
Zu den größten Projekten zählte der Neubau des Wasserwerks Marienhafe im Landkreis Aurich
Klimatische Veränderungen, ein steigender Wasserbedarf und höhere Anforderungen an die kritische Infrastruktur prägen die Arbeit des OOWV immer stärker. „Die Herausforderungen für die Wasserwirtschaft haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Netze, Anlagen und Werke konsequent weiterentwickeln und auf die Anforderungen der Zukunft vorbereiten“, sagte Verbandsvorsteher Sven Ambrosy. „Mit diesen Investitionen schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass die Menschen und Unternehmen im Nordwesten auch künftig auf eine sichere Wasserver- und Abwasserentsorgung vertrauen können.“
OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht verwies auf die langfristige Entwicklung: „Die Investitionen in die Wasserversorgung haben sich seit 2018 nahezu verfünffacht. Das zeigt, wie konsequent wir den Ausbau und die Modernisierung unserer Infrastruktur in den vergangenen Jahren vorangetrieben haben.“
Der weiterhin hohe Wasserbedarf unterstreicht die Notwendigkeit dieses Kurses: Die Trinkwasserabgabe lag 2025 bei 84,8 Millionen Kubikmetern. Das waren 1,1 Millionen Kubikmeter mehr als im Vorjahr und 4,3 Millionen Kubikmeter mehr als 2023.
Zu den größten Projekten zählte der Neubau des Wasserwerks Marienhafe im Landkreis Aurich, der sich inzwischen auf der Zielgeraden befindet. Dort entsteht ein modernes Wasserwerk, das die Trinkwasserversorgung in der Region langfristig absichern und gleichzeitig flexibler auf künftige Anforderungen reagieren soll.
Ein weiteres zentrales Infrastrukturvorhaben ist die Wassertransportleitung von Sandelermöns im Landkreis Friesland nach Diekmannshausen in der Wesermarsch. Sie wird künftig zusätzliche Möglichkeiten schaffen, Wassermengen innerhalb des Versorgungsnetzes zu verteilen und damit die Versorgungssicherheit insbesondere in Trockenperioden weiter stärken.
Dass diese mittlerweile regelmäßig auftreten, zeigte erst wieder die vergangene Woche. Am 26. Juni gaben die 13 OOWV-Wasserwerke 320.163 Kubikmeter in nur 24 Stunden ab – üblich ist eine Menge zwischen 220.000 und 230.000 Kubikmetern an einem Tag.
Brauchwasseranlage Nordenham und Kläranlage Oldenburg
Darüber hinaus zählt die Brauchwasseranlage Nordenham (Landkreis Wesermarsch) zu den wichtigen Bausteinen der Wasserstrategie des OOWV. Ziel ist es, Industrieunternehmen verstärkt mit Brauchwasser zu versorgen und dadurch wertvolle Trinkwasserressourcen zu schonen. Weitere Mittel flossen unter anderem in das Speicherpumpwerk Kneheim sowie in zahlreiche Projekte zur Modernisierung und Erneuerung der bestehenden Infrastruktur.
Auch in der Abwasserbeseitigung trieb der OOWV zahlreiche Ausbau- und Modernisierungsprojekte voran. Auf der Kläranlage Oldenburg wurde die Modernisierung und Erweiterung der Schlammbehandlung fortgesetzt. Zugleich wird die energetische Eigenversorgung des Standorts ausgebaut. Mit dem Bau eines neuen Faulturms sowie der Erneuerung weiterer technischer Anlagen schafft der OOWV die Voraussetzungen, um die steigenden Anforderungen an die Abwasserreinigung und Klärschlammverwertung langfristig erfüllen zu können. Die Anlage nimmt eine zentrale Rolle bei der Klärschlammbehandlung im Verbandsgebiet ein. Außerdem bildet sie einen wichtigen Baustein für die künftige Klärschlammverwertung über die Monoverbrennungsanlage KENOW in Bremen, die der OOWV gemeinsam mit Partnern realisiert hat.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Kläranlagen Lindern (Landkreis Cloppenburg) und Esens (Landkreis Wittmund). In Lindern modernisiert der OOWV die Abwasserreinigung umfassend und schafft damit die Voraussetzungen für einen langfristig sicheren und energieeffizienten Betrieb. In Esens wird die Kapazität der Anlage erweitert, um dem Wachstum der Region sowie den saisonal stark schwankenden Abwassermengen gerecht zu werden. Darüber hinaus setzte der Verband Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und Eigenversorgung seiner Anlagen um.
„Die Anforderungen an die Abwasserbeseitigung nehmen kontinuierlich zu – sei es durch neue gesetzliche Vorgaben, den Klimawandel oder steigende Erwartungen an den Gewässer- und Umweltschutz“, sagte OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht. „Unsere Investitionen dienen deshalb nicht nur dem Erhalt bestehender Anlagen. Sie erhöhen die Entsorgungssicherheit, stärken die Resilienz unserer Infrastruktur und schaffen die Voraussetzungen dafür, auch künftig verlässlich handeln zu können.“
Jahresabschluss 2025 – Vorstand und Geschäftsführung einstimmig entlastet
Die Verbandsversammlung entlastete Vorstand und Geschäftsführung einstimmig für das Wirtschaftsjahr 2025.
Zum Hintergrund:
Die Verbandsversammlung besteht aus Abgesandten der Mitglieder des OOWV – neun Landkreise, 57 Gemeinden, 22 Städte und ein Zweckverband – in den Bereichen Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung.
Foto:
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Ole Plugge/OOWV
Bildunterschrift:
Verbandsvorsteher Sven Ambrosy (links) und Geschäftsführer Karsten Specht blickten auf das Wirtschaftsjahr 2025 zurück und stellten den neuen Geschäftsbericht vor.
Foto:
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Heino Hermanns/OOWV
Bildunterschrift:
107 Millionen Euro hat der OOWV im vergangenen Jahr in die Wasserversorgung investiert. Zu den größten Projekten zählte der Neubau des Wasserwerks Marienhafe im Landkreis Aurich, der sich inzwischen auf der Zielgeraden befindet.
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Sonia Voigt/OOWV
Bildunterschrift:
Auch in der Abwasserbeseitigung trieb der OOWV zahlreiche Projekte voran – wie hier auf der Kläranlage Oldenburg. Zu sehen ist ein Teil des neuen Faulturms sowie das in Modernisierung befindliche Betriebsgebäude.
Foto:
066-2026 PM OOWV Verbandsversammlung Jahresabschluss_4
Sarah Schubert /OOWV
Bildunterschrift:
Die künftige Brauchwasseranlage Nordenham zählt zu den wichtigen Bausteinen der Wasserstrategie des OOWV.