Zum Hauptinhalt springen OOWV
Verbandsnewsletter Q1 2026

Grundwasserschutz im OOWV Gebiet – gemeinsam für die Zukunft

Der OOWV gewinnt sein Trinkwasser vollständig aus Grundwasser. Damit die 15 Wasserwerke auch künftig zuverlässig liefern können, setzt der Verband seit Jahrzehnten auf vorsorgenden Grundwasserschutz. Denn später ist entscheidend, was heute im Boden geschieht.

Ein Schwerpunkt ist die Kooperation mit Landwirtinnen und Landwirten auf Basis eines Trinkwasserschutzvertrags mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Auf rund 40.000 Hektar werden freiwillige Maßnahmen angeboten, die über gesetzliche Vorgaben hinausgehen – etwa der Anbau von Zwischenfrüchten oder eine angepasste Düngung. Die Ergebnisse zeigen: Auf kooperativ bewirtschafteten Flächen gelangen im Vergleich zu Nicht-Kooperationsflächen deutlich weniger Nährstoffe ins Sickerwasser.

Ab 2026 investiert der OOWV jährlich zusätzlich 500.000 Euro, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter zu reduzieren. Landwirtschaftliche Betriebe, die Pflanzenschutzmittel einschränken oder darauf verzichten, werden für ihren Aufwand und ihre Risikobereitschaft beim Verzicht auf Chemie entlohnt. Ein Beispiel ist das Projekt „Hacke & Striegel“, bei dem die Betriebe mechanische Verfahren zur Unkrautregulierung durchführen lassen können.

Auch Aufforstungen tragen zum Schutz des Grundwassers bei. Gemeinsam mit den Niedersächsischen Landesforsten entwickelt der OOWV naturnahe Wälder mit Laubbäumen auf eigenen Flächen. In Holdorf wurden zum Beispiel vor vier Jahren auf 4,6 Hektar über 22.500 Bäume und Sträucher gepflanzt – ein wichtiger Beitrag zu Wasserqualität, Bodenschutz und Artenvielfalt. Zudem nutzt der Verband Flächen für Kompensationsmaßnahmen, sodass Ausgleichspflichten direkt dem Grundwasserschutz zugutekommen.

Grundwasserschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Obwohl der OOWV jährlich über 14 Millionen Euro Wasserentnahmeentgelt abführt, fließen nur rund 17 Prozent in den Trinkwasserschutz zurück. Hier ist eine stärkere Zweckbindung notwendig. Die Erfahrung zeigt: Kooperation wirkt bei ausreichenden Finanzmitteln. Dann gelingt es gemeinsam mit Landwirtschaft, Landesforsten und NLWKN, das Grundwasser langfristig zu schützen und die Trinkwasserversorgung nachhaltig zu sichern.