Eine starke Wasserwirtschaft braucht klare Regeln im Rücken
Editorial
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Verbandsmitglieder,
ein trockener Sommer wie dieser fordert die Wasserwirtschaft, schärft aber zugleich das Bewusstsein für das Thema Wasser. Das hilft in einer Zeit, in der richtungsweisende Entscheidungen rund ums Wasser anstehen. Besonders zwei bevorstehende Gesetzesänderungen treiben uns gerade um: die Novellierung des Düngegesetzes und die EU-Kommunalabwasserrichtlinie KARL.
In einer Bundestagsanhörung zum Düngegesetz habe ich kürzlich in meiner Funktion als Vizepräsident des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) strengere Regeln für den Grundwasserschutz angemahnt. Sauberes Grundwasser ist unverzichtbar für eine sichere und bezahlbare Trinkwasserversorgung. Jede zusätzliche Belastung erhöht den Aufwand für die Aufbereitung. Daher ist vorbeugender Gewässerschutz nicht nur Umwelt- und Gesundheitsschutz, sondern schützt auch die Verbraucherinnen und Verbraucher in Ihren Kommunen vor höheren Kosten.
Zugleich erleben wir aktuell, dass die Pharma- und Kosmetikindustrie weiter versucht, die Kommunalabwasserrichtlinie abzuschwächen. Befürchtet werden Wettbewerbsnachteile durch die geplante Herstellerverantwortung und mehr Bürokratie. Für uns ist jedoch klar: Wer Spurenstoffe verursacht, muss sich auch an ihrer Entfernung beteiligen. Unternehmen, deren Produkte das Abwasser belasten, müssen an den Aufbereitungskosten beteiligt werden. Nur dann stimmt der Anreiz, Schadstoffeinträge zu reduzieren. Die Alternative lautet: Kommunen und Gebührenzahler tragen die Kosten für die aufwändigere Aufbereitung.
Entscheidungen wie diese bilden den Rahmen für unsere alltägliche Arbeit für eine sichere Wasserversorgung und fachgerechte Abwasserbeseitigung. Dazu gehört, dass unsere Wasserwerke kontinuierlich instandgehalten und modernisiert werden müssen. Das zeigen wir in diesem Newsletter am Beispiel unseres größten Wasserwerks in Großenkneten. Welche Arbeiten nötig sind, um unser 5431 Kilometer langes Abwassernetz leistungsfähig zu halten, schildert ein weiterer Newsletter-Beitrag. Zuerst geht es aber um die Trinkwasserspender in öffentlichen Gebäuden, mit denen der OOWV das Wasserbewusstsein stärken will – viele Ihrer Kommunen verfügen bereits über die Geräte. Doch insgesamt 23 Gemeinden, Städte und Landkreise haben ihre kostenlose Trinkwasserspender noch nicht abgerufen - wir laden Sie herzlich dazu ein.
Viel Spaß mit dieser Themenmischung
wünscht
Ihr Karsten Specht
Geschäftsführer