40 Jahre im öffentlichen Dienst: „Ich finde alles“
Uta Urbanski kennt das Trinkwassernetz des OOWV wie kaum eine andere. Seit fast vier Jahrzehnten beschäftigt sie sich mit den Leitungen, die unter unseren Füßen verlaufen. Dabei hat sie nicht nur unzählige Pläne gezeichnet, sondern auch erlebt, wie sich ihr Beruf und der OOWV verändert haben.
„Ich finde alles.“ Viel selbstbewusster kann man seine Arbeit eigentlich kaum beschreiben. Uta Urbanski sagt den Satz mit einem Lächeln. Und wer ihren beruflichen Weg kennt, weiß, dass sie sich diese Aussage durchaus erlauben kann.
Seit dem 1. Juli 1988 arbeitet Uta Urbanski beim OOWV. Angefangen hat sie als technische Zeichnerin. Heute kümmert sie sich gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen darum, dass die Trinkwasserleitungen des Verbandes korrekt in den Plänen dokumentiert sind. Wo genau verläuft eine Leitung? Welche Größe hat sie? Aus welchem Material besteht sie? Fragen, auf die es in ihren Unterlagen möglichst immer eine eindeutige Antwort geben soll.
Dabei hat sie in ihrem Berufsleben einen bemerkenswerten technischen Wandel miterlebt.
Als Pläne noch mit Tusche entstanden
Ihre berufliche Laufbahn begann bereits 1983 mit einer Ausbildung zur Vermessungstechnikerin beim Katasteramt in Brake. Dort blieb sie nach ihrer Ausbildung noch zwei Jahre, bevor sie zum OOWV wechselte.
Damals sah die Arbeit noch ganz anders aus als heute. Gezeichnet wurde mit Tuschefüller auf Folie. „Im Sommer klebte die Folie gern an den Händen“, erinnert sich Uta Urbanski. Und wenn sich ein Fehler eingeschlichen hatte, war Geduld gefragt. Mit einer Rasierklinge mussten die entsprechenden Stellen vorsichtig entfernt werden. Manchmal blieb nur eines: die Zeichnung noch einmal komplett neu anzufertigen.
1998 änderte sich das. Der Computer hielt Einzug und mit ihm die digitale Planung. Heute können die Pläne sogar mit Luftbildern kombiniert werden. Auch alte Karten sind digital verfügbar. Statt im Archiv nach Unterlagen zu suchen, reicht inzwischen ein Blick auf den Bildschirm.
Für Uta Urbanski ist das eine Entwicklung, die sie über viele Jahre selbst mitgestaltet und begleitet hat. Geblieben ist dabei eines: der Blick fürs Detail.
Eine besondere Herausforderung auf Langeoog
Wie wertvoll Erfahrung und Ortskenntnis sein können, zeigte sich auch 1992. In diesem Jahr übernahm der OOWV die Wasserversorgung auf Langeoog. Das Problem: Es gab keine Leitungspläne.
Hydranten und Schieber waren bekannt und konnten als Orientierung dienen. Aber wo genau die Leitungen dazwischen verliefen, musste erst herausgefunden und dokumentiert werden.
Für Uta Urbanski offenbar genau die richtige Aufgabe. „Ich finde alles“, sagt sie.
Heute prüft sie die Pläne rund um die Trinkwasserleitungen meist gleich mehrfach. Von der ersten Projektskizze bis zur endgültigen Eintragung ist Genauigkeit gefragt. Und trotz aller anderen Aufgaben freut sie sich nach wie vor besonders darüber, wenn sie selbst zum Zeichnen kommt.
„Damals kannte man fast jeden“
In 40 Jahren verändert sich allerdings nicht nur die Technik. Auch der Arbeitsplatz und das Miteinander haben sich gewandelt.
Als Uta Urbanski beim OOWV anfing, arbeiteten in Brake rund 150 Menschen. „Da kannte man fast jeden persönlich“, erzählt sie. Der direkte Austausch war selbstverständlicher, und auch nach Feierabend traf man sich häufiger.
Boßeltouren, Radtouren und Fußballspiele gehörten damals zum gemeinsamen Jahresprogramm. Uta Urbanski war mittendrin. Als Cheerleaderin der OOWV-Fußballmannschaft unterstützte sie die Mannschaft sogar bei Auswärtsspielen und fuhr unter anderem mit nach Gelsenkirchen.
Wenn sie heute auf diese Zeit zurückblickt, sind es deshalb nicht nur die technischen Veränderungen, die ihr in Erinnerung geblieben sind. Es sind vor allem die Menschen und die gemeinsamen Erlebnisse.
Ein Stück OOWV Geschichte
Auch privat ist Uta Urbanski immer aktiv gewesen. Pferde spielen seit vielen Jahren eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Lange engagierte sie sich im Reiterverein Ovelgönne und war dort mit ihrem eigenen Reitpferd unterwegs. Außerdem spielte sie Handball und Volleyball.
Heute zieht es sie in ihrer Freizeit besonders gern nach Baltrum. Dort verbringt sie Zeit mit ihrer Familie. Uta Urbanski ist verheiratet und hat eine Tochter.
40 Jahre im öffentlichen Dienst bedeuten auch 40 Jahre OOWV Geschichte. Uta Urbanski hat in dieser Zeit miterlebt, wie aus Tuschezeichnungen digitale Pläne wurden, wie der Verband gewachsen ist und sich Arbeitsweisen verändert haben. Ihr Wissen über die Trinkwasserinfrastruktur ist dabei über die Jahre stetig gewachsen.
Zum 40-jährigen Dienstjubiläum sagt der OOWV deshalb nicht nur herzlichen Glückwunsch, sondern vor allem: Danke, Uta, für deine Erfahrung, deine Genauigkeit und deinen langjährigen Einsatz.