Grundwasserschutz ist die erste Voraussetzung zum Erhalt hochwertigen und gesunden Trinkwassers. Deshalb sind wir alle dazu aufgefordert, aktiv am Trinkwasserschutz mitzuwirken. Auf dieser Seite haben wir die vielfältigen Aktionen und Programme, mit denen der OOWV das Grundwasser schützen hilft, dargestellt. Zur besseren Übersicht haben wir hier die Überschriften der einzelnen Artikel als Links aufgeführt.
Die sandigen Böden unserer Region liefern uns reiche Grundwasservorkommen, weil der Regen darin schnell versickert. Mit dem Sickerwasser können aber auch leicht lösliche Stoffe wie z.B. der Pflanzennährstoff
Nitrat schnell aus dem Boden in das Grundwasser gelangen und die Trinkwasserqualität beeinträchtigen.
Unsere Wasserschutzgebiete liegen in einem hochentwickelten Zentrum der tierischen Veredlung, d.h. vor allem der Masttierhaltung. Entsprechend hoch ist das Aufkommen an Gülle und Mist. Noch in den 80er Jahren wurde die Wirkung dieser organischen Dünger im Boden stark unterschätzt. Dies führte vielfach zu Überdüngungen. Mitte der 80er Jahre stellten wir daraufhin zum Teil besorgniserregende Nitratanstiege im Grundwasser fest.
Niedersächsisches Vorschrifteninformationssystem (VORIS)
Fachgesetze wie die Düngeverordnung werden an neue Erkenntnisse angepasst. Die Anforderungen an eine ordnungsgemäße Landbewirtschaftung haben sich dadurch seit den 80er Jahren stark erhöht. In
Wasserschutzgebieten gelten zusätzliche Einschränkungen für die Landwirtschaft.
Verordnung über Schutzbestimmungen in Wasserschutzgebieten

Auf der Grundlage des niedersächsischen Wassergesetzes hat sich das sogenannte „Kooperationsmodell zum Trinkwasserschutz“ entwickelt. Projekte zur Forschung und Entwicklung liefern wichtige Grundlagen, begleitende Untersuchungen überwachen die Effizienz der Maßnahmen. Regelmäßig diskutieren Vertreter aus Wasserwirtschaft und Landwirtschaft die aktuellen Fragestellungen des Grundwasserschutzes. Das sichert eine praxisnahe Gestaltung und eine gute Akzeptanz der Maßnahmenprogramme. Die Landwirte erhalten für die Umsetzung von Grundwasserschutzmaßnahmen eine Entschädigung von den Trinkwasserversorgungsunternehmen. Diese erhalten dafür Zuschüsse aus der Wasserentnahmegebühr. Diese Gebühr zieht das Land für die Nutzung von Gewässern ein. So müssen z.B. die Trinkwasserversorgungsunternehmen 5 Cent pro Tausend Liter Wasser an das Land zahlen, den sogenannten „Wassergroschen“.
Mehr Informationen zum Thema Kooperation, Forschung und Maßnahmen zum Grundwasserschutz finden Sie auf den Seiten des Projekts
Water4all und des
Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz NLWKN.

Die Wasserwirtschaft hat für die Landwirte die kostenlose „Zusatzberatung Wasserschutz“ eingerichtet. Landwirtschaftliche Fachberater der Landwirtschaftskammer oder von Ingenieurbüros informieren die Betriebe und begleiten die praktische Umsetzung der Grundwasserschutzmaßnahmen vor Ort. Die Landwirte nutzen das Beratungsangebot intensiv und die Maßnahmenprogramme werden gut in der Fläche umgesetzt. Z.B. wurden im Wasserschutzgebiet Großenkneten neben anderen Maßnahmen im Jahr 2004 allein über tausend Hektar Zwischenfrüchte angebaut. Dies beinhaltet eine Begrünung der Äcker zwischen Ernte und Folgefrucht und vermindert das Risiko einer Nitratverlagerung aus dem Boden in das Grundwasser erheblich.

Die besonderen Regeln des Ökologischen Landbaus, wie z.B. der Verzicht auf chemisch synthetische Pflanzenschutzmittel, fördern auch den Grundwasserschutz. Deshalb unterstützen wir am Ökolandbau interessierte Landwirte. Mit dem
BIOPOOL - Programm erhalten Sie eine kostenlose Fachberatung von der Produktionstechnik bis zum Absatz der Erzeugnisse. Unser
Biohof Bakenhus informiert über Wasserschutz, Landwirtschaft und Ökolandbau.

Laub- und Mischwälder liefern gutes Grundwasser. Sie wachsen über Jahrzehnte und länger und bieten damit langfristigen Grundwasserschutz. In Gebieten nahe der Brunnen pflanzen wir deshalb gemeinsam mit den Staatsforsten zusätzliche Wälder an. So wurden die Waldgebiete in allen unseren Wassergewinnungsgebieten zusammen um insgesamt fast 1.000 ha erweitert.

Wir bündeln die Kräfte von Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Forstwirtschaft für den Grundwasserschutz. Die Summe aller Maßnahmen von der Aufforstung über die Aktivitäten in der Landwirtschaft bis hin zum Ökolandbau führt zum Erfolg. Unsere Grundwassermessstellen zeigen eine Trendumkehr zu sinkenden Nitratgehalten.
Mit Ihrer Wasserrechnung bezahlen Sie den „Wassergroschen“ für den Grundwasserschutz. So wird unser erfolgreiches Trinkwasserschutzprogramm erst möglich. Deswegen informieren wir Sie über unsere Aktivitäten rund um das Trinkwasser: Mit Broschüren, auf Veranstaltungen, auf unseren Lehrpfaden und in unseren Besuchereinrichtungen. Nutzen Sie unsere Angebote!
Wissen & Lernen